Was ist Hautkrebs?
Hautkrebs ist meistens ein veränderter, fleckförmiger oder knotiger Herd, der sich an der Hautoberfläche entwickelt. Hautkrebs ist die häufigste Krebserkrankung des menschlichen Körpers. Es gibt unterschiedliche Arten von Hautkrebs. In den meisten Fällen handelt es sich um ein Basaliom (Basalzellkarzinom) oder Spinaliom (Plattenepithelkarzinom), welche auch unter dem Namen „heller Hautkrebs“ bekannt sind. Der „schwarze Hautkrebs“, das Melanom, kommt seltener vor, ist aber die gefährlichste Hautkrebsart. Je früher ein Melanom erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen.
Wie entsteht ein Hautkrebs?
Die regelmässige Sonnenbestrahlung der Haut gilt als eine der Hauptursachen für Hautkrebs. Während des ganzen Lebens sammeln sich die sonnenbedingten Schäden in der Erbsubstanz der Haut. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, schon Kinder wirkungsvoll vor der Sonne zu schützen. Denn die Haut vergisst keinen Sonnenbrand!!!
Was bewirkt UVA- und UVB-Strahlen?
Eine intensive UVA-Bestrahlung kann zu Veränderungen im Bindegewebe der Haut führen. Das Stützmaterial der Haut aus Kollagen und elastischen Fasern wird zerstört. Es entwickeln sich Falten , und es kommt zu vorzeitiger Hautalterung. Zuviel UVA-Bestrahlung erhöht das Risiko an Hauttumoren zu erkranken.
Die kurzwelligen UVB-Strahlen dringen nicht wie die UVA-Strahlen in die tieferen Schichten der Haut vor. Ihre Wirkung beschränkt sich auf die Oberhaut. UVB-Strahlen sind verantwortlich für den Sonnebrand und damit verbunden Schäden des Erbgutes. Langjährige UVB-Bestrahlung kann chronische Lichtschäden verursachen. Häufig führt das zu Hautkrebs.
Wie erkennt man Hautkrebs?
Pigmentmale, im Volksmund Muttermale oder Leberflecken genannt, sind harmlose, hell- bis dunkelbraune Pigmentflecken. Sie sind rund oder oval und haben einen scharf begrenzten Rand. Verändert sich ein solches Pigmentmal oder beginnt es zu wuchern, kann sich daraus Hautkrebs entwickeln.
Wie gefährlich ist Hautkrebs, und wie muss man vorgehen?
Bei hellem Hautkrebs (Basaliom und Spinaliom) besteht sehr gute Heilungschancen (85%-90%), vor allem, wenn er früh, das heisst, bevor er in die Tiefe wachsen kann, erkannt wird. Beim schwarzen Hautkrebs (Melanom) ist die Früherkennung noch wichtiger. Je früher er erkannt wird umso besser sind die Heilungschancen. Ein Melanom entwickelt im fortgeschrittenen Stadium Metastasen in anderen Organen was zum Tod führen kann. In der Schweiz sterben jährlich ca. 220 Patienten an den Folgen eines Melanoms.
Durch regelmässige Selbstuntersuchung (ca. alle 3-4 Monate) mit Hilfe der ABCD-Regel können verdächtige Hautveränderungen selbständig und frühzeitig beobachten werden. Im Zweifelsfall oder wenn Veränderungen festgestellt werden, unverzüglich einen Hautarzt aufsuchen.
Wie kann man Hautkrebs vorbeugen?
Einer der Hauptrisikofaktoren für Hautkrebs ist erwiesenermassen die intensive, ungeschützte Sonnenbestrahlung.
Es gibt einige Regeln an die man sich halten sollte:
Sonnenschutzmittel mit einem hohen Lichtschutzfaktor schützt die Haut vor der gefährlichen UV-Strahlen. Trotzdem ist es kein Freipass für einen zeitlich unbeschränkten Aufenthalt an der Sonne. Mindestens 30min vor dem Aufenthalt an der Sonne reichlich Sonnencreme auftragen.
Weil Wasser und Schweiss die Schutzwirkung des Produktes verringern, muss die Sonnencreme wiederholt aufgetragen werden.
Aber Achtung: Nachcremen verlängert den Schutz nicht, es hält ihn nur aufrecht.
Schatten ist der beste und zuverlässigste Schutz vor Sonnenbrand. Vor allem während den Mittagsstunden (11-15 Uhr), wenn die Sonnenstrahlen besonders schädlich sind, sollte die Sonne ganz gemieden werden. Das gilt vor allem auch für die empfindliche Kinderhaut.
Der Aufenthalt an der Sonne sollte dem Hauttyp angepasst werden (es gibt 6 verschiedene Hauttypen)
Die Haut vergisst keinen Sonnenrand und nimmt jedes Mal Schaden. Deshalb sind Sonnenbrände zu vermeiden.
Durch die ABCD-Regel sollte die Haut regelmässig auf Veränderungen untersucht werden.
Warum sind Sonnenstrahlen so gefährlich für unsere Haut?
Sonnenlicht setzt sich zusammen aus kosmischen Strahlen: Röntgenstrahlen, Gammastrahlen (radioaktiv), UV-Strahlen, sichtbarem Licht und Wärmestrahlen (Infrarotstrahlen). Nur die letzten drei durchdringen die Atmosphäre. Die Zusammensetzung und die Stärke der Strahlung, welche die Erde erreicht, wird von unterschiedlichen Faktoren bestimmt:
-Sonnenstand
-Jahreszeit
-geographische Lage
-Ozongehalt und
-Verschmutzung der Luft
Unsere Haut muss vor allem vor UV-Strahlen geschützt werden. Die UVC-Strahlen werden von der schützenden Ozonschicht aufgefangen, bevor sie die Erdoberfläche erreichen. Auf unserer Haut treffen UVA- und UVB-Strahlen. Die oberste Hautschicht kann einen Teil der UVB-Strahlen aufnehmen, wobei es zu Schäden an der Erbsubstanz kommt. UVA-Strahlen dringen bis tief in die Hautschicht ein.
Wer ist besonders anfällig für Hautkrebs?
Alle Menschen, die regelmässiger, starker und ungeschützter Sonnenbestrahlung ausgesetzt sind (Menschen, die draussen arbeiten und/oder viele Sonnenbäder konsumieren, Sportler...
Menschen die im Kindesalter oder in der Jugend häufig Sonnenbrände hatten
Menschen mit Hauttyp 1 und 2 (helle Haare, helle Haut, helle Augen)
Menschen mit vielen auffälligen Pigmentmalen
Menschen bei denen bereits einmal ein Melanom bzw. anderer Hautkrebs entfernt worden ist.
Menschen die familiär vorbelastet sind
Warum ist die Hautkrebserkrankung in der Schweiz so hoch?
Nach wie vor gilt sonnengebräunte Haut in unseren Breitengraden als das Schönheitsideal schlechthin. Aus diesem Grund pflegt ein Grossteil der Schweizer Bevölkerung einen ungesunden Umgang mit der Sonne und setzt seine Haut regelmässig und ungeschützt den UV- Strahlen aus. In den heissesten Mittagsstunden, wenn in südlichen Ländern Siesta gehalten wird, strömen die Menschen in der Schweiz zum Sonnenbaden ins Freie und exponieren so ihre Haut den aggressivsten Strahlen überhaupt. Auch die häufigen Fernreisen und der Aufenthalt in den Bergen, wo die UV-Strahlung wesentlich intensiver ist, tragen zu dieser aussergewöhnlich hohen Erkrankungsrate der Schweizerinnen und Schweizer bei. Eine gesunde Bräunung gibt es nicht. Jede Sonnbräunung ist ein Zeichen für angegriffene Haut.
Wir hoch ist die Erkrankungs- und Sterberate bei Hautkrebs in der Schweiz?
Pro Jahr erkranken in der Schweiz ca. 12'000 - 15'000 Menschen an Hautkrebs. Von einem Melanom, dem bösartigen Hautkrebs, sind pro Jahr 1`600 Schweizer/innen betroffen. Ungefähr 220 Patienten sterben jährlich an einem Melanom oder an dessen Folgen. Das sind zwei Mal mehr Menschen als an Aids sterben oder halb so viele wie bei Verkehrsunfällen ums Leben kommen. Die Tendenz ist in der Schweiz und weltweit weiter steigend.









